Hühner anmelden: Veterinäramt, Tierseuchenkasse und was sonst Pflicht ist

Hühner anmelden

Ein paar Hühner im Garten sind schnell angeschafft – und fast genauso schnell hat man eine Meldepflicht am Hals, von der vorher niemand etwas gesagt hat. Hühner anmelden musst du in Deutschland ab dem ersten Tier, unabhängig davon, ob du zwei Hennen für den Eigenbedarf hältst oder einen größeren Bestand. Hier steht, bei welchen Stellen du dich melden musst, was das kostet und welche Pflichten sonst noch dranhängen.

Zwei getrennte Meldungen – das ist der Punkt, den die meisten übersehen

Du musst dich an zwei völlig unabhängige Stellen wenden, und die tauschen ihre Daten nicht automatisch aus:

  • Das Veterinäramt deines Kreises oder deiner Stadt. Grundlage ist § 26 der Viehverkehrsverordnung. Tierhalter im Sinne dieser Verordnung ist jeder, der Hühner hält – unabhängig vom Zweck, von der Dauer, davon ob entgeltlich oder nicht und unabhängig von den Eigentumsverhältnissen. Du erhältst eine Registriernummer.
  • Die Tierseuchenkasse deines Bundeslandes. Grundlage ist das Tiergesundheitsgesetz in Verbindung mit Landesrecht und der jeweiligen Beitragssatzung. Jedes Bundesland hat eine eigene Kasse mit eigenen Formularen.

Achte darauf, bei beiden Stellen identische Angaben zu machen – Name, Anschrift, Standort der Tiere, Tierzahl. Sonst entstehen beim späteren Abgleich Doppeleinträge, die du wieder aufräumen darfst.

Bei den Fristen unterscheiden sich die Länder. Rheinland-Pfalz verlangt die Anzeige beim Veterinäramt bereits vor Aufnahme der Tierhaltung, die Niedersächsische Tierseuchenkasse nennt zwei Wochen ab Beginn der Haltung. Wer sichergehen will, meldet sich vorher an – zu früh war noch nie ein Problem.

So gehst du vor

  1. Tierseuchenkasse suchen. Online nach „Tierseuchenkasse“ plus Bundesland suchen, die Neuanmeldung läuft fast überall über ein digitales Formular. Abgefragt werden Name, Anschrift, Standort der Tiere, Haltungsform (Stall oder Freiland) und die voraussichtliche Tierzahl.
  2. Veterinäramt informieren. Zuständig ist die Kreis- oder Stadtverwaltung. Dort bekommst du deine Registriernummer, in einigen Ländern zwölfstellig.
  3. Newcastle-Impfung organisieren. Alle Hühner- und Putenbestände müssen regelmäßig gegen die Newcastle-Krankheit geimpft werden, auch Hobby- und Kleinstbestände. Die Impfung erfolgt über Lebend- oder Inaktivimpfstoff, Lebendimpfstoff lässt sich auch übers Trinkwasser verabreichen. Bei Verstoß gegen die Impfpflicht kann ein Bußgeld verhängt werden.
  4. Bestandsregister anlegen. Zugänge, Abgänge und Bestandszahlen werden dokumentiert. Das Register musst du mindestens drei Jahre aufbewahren und dem Veterinäramt auf Verlangen vorlegen. Ein einfaches Heft im Stall reicht dafür völlig.
  5. Jährliche Stichtagsmeldung nicht vergessen. Die Tierseuchenkasse will einmal im Jahr die aktuelle Tierzahl wissen und erhebt darauf einen Beitrag. Bei Hobbybeständen sind das in der Regel nur wenige Euro.
  6. Änderungen melden. Aufgabe der Haltung, Umzug oder deutlich veränderte Tierzahl gehören ebenfalls gemeldet.

Warum sich das lohnt, auch wenn es nach Bürokratie aussieht

Die Tierseuchenkasse funktioniert wie eine Versichertengemeinschaft. Bricht in deiner Region die Geflügelpest aus, werden Bestände im Sperrbezirk gekeult – das trifft auch Halter, deren Tiere gesund sind. Wer gemeldet ist, hat Anspruch auf Entschädigung für den Wert der Tiere und auf Übernahme der Entsorgungskosten. Wer nicht gemeldet ist, begeht eine Ordnungswidrigkeit und steht im Ernstfall ohne Entschädigung da.

Praktisch relevant wird die Meldung außerdem bei einer angeordneten Aufstallung. Bei Geflügelpestgeschehen kann das Veterinäramt Stallpflicht verhängen, dann dürfen deine Tiere nicht mehr ins offene Freigehege. Das ist der Moment, in dem sich zeigt, ob der überdachte Bereich groß genug ist.

Ein dritter Grund ist schlicht Rückverfolgbarkeit. Taucht ein Erreger in einer Region auf, muss das Amt nachvollziehen können, welche Tiere woher kamen und wohin sie gegangen sind. Genau dafür existieren Registriernummer und Bestandsregister. Wenn du Tiere von einem Züchter oder über Kleinanzeigen zukaufst, notierst du Datum, Anzahl und Herkunft – das dauert zwanzig Sekunden und ist im Ernstfall der Unterschied zwischen einer kurzen Nachfrage und einem echten Problem.

Was das für deinen Stall bedeutet

Für eine Aufstallung reicht ein offenes Freilaufgehege nicht – gefordert ist ein Bereich, der nach oben geschlossen und seitlich gesichert ist, damit kein Kontakt zu Wildvögeln und deren Kot entsteht. Wer nur einen kleinen Stall und ein ungedecktes Gehege hat, steht dann vor dem Problem, mehrere Wochen überbrücken zu müssen.

Begehbarer Hühnerstall XXL 2 x 2 x 2 m aus verzinktem Stahl für die Aufstallung Hühnerstall XXL begehbar 2 x 2 x 2 m Begehbar und rundum gesichert – bei angeordneter Stallpflicht haben vier bis sechs Hühner hier auch über Wochen genug überdachte Fläche. Zum Produkt →

Kleiner gedacht funktioniert auch ein Stall mit integriertem, überdachtem Auslauf. Und wenn du das Bestandsregister ernst nimmst, wirst du schnell merken, wie sehr ein Legenest mit Abrollfunktion die tägliche Eierkontrolle vereinfacht, weil die Eier nicht mehr im Stroh gesucht werden müssen.

Häufige Fragen

Muss ich auch zwei Hühner anmelden?

Ja. Die Meldepflicht gilt ab dem ersten Tier, eine Bagatellgrenze gibt es nicht.

Was kostet die Tierseuchenkasse?

Der Beitrag richtet sich nach Tierart und Tierzahl und wird über die Beitragssatzung des jeweiligen Bundeslandes festgelegt. Für Hobbyhaltungen liegt er üblicherweise im Bereich weniger Euro pro Jahr. Was die Haltung insgesamt kostet, steht im Beitrag Was kostet Hühnerhaltung?.

Was passiert, wenn ich meine Hühner nicht anmelde?

Die unterlassene Anmeldung ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Schwerer wiegt meist, dass im Seuchenfall kein Entschädigungsanspruch besteht.

Wie viele Hühner darf man privat halten?

Eine bundesweite Obergrenze für die Tierzahl gibt es nicht. Begrenzend wirken das Baurecht deiner Gemeinde, das Nachbarrecht und bei Mietobjekten der Mietvertrag – wer zur Miete wohnt, sollte den Vermieter vorher fragen. Für einen Hahn gelten wegen der Lärmbelästigung in Wohngebieten oft strengere Maßstäbe als für Hennen. Frag im Zweifel beim Bauamt nach, bevor der Stall steht.

Brauche ich einen Tierarzt für die Anmeldung?

Für die Meldungen selbst nicht. Für die Newcastle-Impfung und deren Dokumentation ist ein Tierarzt der richtige Ansprechpartner.

Die Angaben hier beziehen sich auf den bundesweiten Rahmen. Details zu Fristen, Formularen und Beiträgen regeln die Bundesländer selbst – maßgeblich ist immer die Auskunft deines Veterinäramts. Wenn du deine Haltung gerade aufbaust, findest du alle weiteren Schritte vor dem ersten Huhn im Beitrag Hühner halten im Garten. Eine Übersicht mit Modellen von der kompakten Holzvariante bis zum begehbaren Metallstall findest du in unseren Hühnerställen.

Passende Produkte