Hühner fressen fast alles, und genau das ist das Problem. Wer nur Körner und ein paar Reste gibt, hat bald fette Hennen, dünne Eierschalen und wenig Eier. Richtig füttern ist dabei einfacher, als viele denken: eine gute Basis, ein paar sinnvolle Ergänzungen und ein paar Dinge, die tabu sind. Hier steht, was Hühner brauchen, wie viel sie fressen und was rechtlich verboten ist.
Die Basis: Legefutter als Alleinfutter
Legehennen brauchen viel Eiweiß und Kalzium, denn jedes Ei entzieht dem Körper genau das. Ein Alleinfutter für Legehennen, als Legemehl oder Pellets, deckt diesen Bedarf vollständig ab. Es enthält in der Regel etwa 15 bis 18 Prozent Rohprotein und die nötigen Mineralstoffe.
- Legemehl wird langsamer gefressen und beschäftigt die Hühner länger. Dafür staubt es mehr und wird leichter verstreut.
- Legepellets sind sauberer, werden kaum verschwendet und eignen sich gut für Futterautomaten.
Legefutter sollte den Großteil der Ration ausmachen und den Hühnern den ganzen Tag zur Verfügung stehen. Anders als bei Körnern regulieren Hühner die Aufnahme von Alleinfutter selbst und überfressen sich daran praktisch nicht.
Wie viel fressen Hühner?
Eine Legehenne frisst etwa 110 bis 150 Gramm Futter am Tag. Der genaue Wert hängt von Rasse, Größe, Legeleistung, Jahreszeit und Auslauf ab. Im Winter ist der Bedarf höher, weil die Tiere Wärme erzeugen müssen, im Sommer mit großem Auslauf und vielen Insekten niedriger.
Zum Umrechnen: Vier Hennen brauchen rund ein halbes Kilo am Tag, zehn Hennen etwa 1,3 kg. Ein Futtersilo mit 5 kg reicht kleinen Gruppen damit gut eine Woche, ein Futterautomat mit 20 kg einer Gruppe von zehn Hennen rund zwei Wochen.
Die sinnvollen Ergänzungen
- Körner wie Weizen, Mais oder Gerste sind beliebt, aber energiereich und eiweißarm. Gib sie am späten Nachmittag als kleine Ergänzung, nicht als Hauptfutter. Zu viele Körner machen Hühner fett und senken die Legeleistung.
- Grit (Magenkies) sind kleine, scharfkantige Steinchen. Hühner haben keine Zähne, der Muskelmagen zerkleinert das Futter mit Hilfe dieser Steine. Ohne Grit wird das Futter schlechter verwertet.
- Muschelkalk liefert zusätzliches Kalzium für stabile Eierschalen. Stell ihn in einem eigenen Napf zur freien Verfügung, die Hühner nehmen sich, was sie brauchen. Grit und Muschelkalk sind zwei verschiedene Produkte, beide werden gebraucht.
- Grünfutter aus dem Auslauf: Gras, Kräuter, Löwenzahn und Insekten. Kurzes Gras ist ideal. Langes Gras und gärender Rasenschnitt können den Kropf verstopfen.
Füttern nach Lebensphase
| Phase | Futter |
|---|---|
| Küken bis etwa 8. Woche | Kükenstarter |
| Junghennen bis Legebeginn | Junghennenfutter |
| Ab Legebeginn, etwa 18. bis 20. Woche | Legefutter |
Legefutter nicht zu früh geben: Der hohe Kalziumgehalt belastet die Nieren von Tieren, die noch nicht legen.
Was verboten ist: Küchen- und Speiseabfälle
Das überrascht viele Hobbyhalter: Nach EU-Recht, der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 über tierische Nebenprodukte, dürfen Küchen- und Speiseabfälle nicht an Nutztiere verfüttert werden. Hühner gelten auch dann als Nutztiere, wenn sie im Garten leben und die Eier nur in der Familie landen. Veterinärämter weisen regelmäßig darauf hin, dass die Regel unabhängig von der Größe der Haltung gilt.
Der Grund ist der Seuchenschutz. Über Speisereste können Erreger wie die der Newcastle-Krankheit oder der Geflügelpest eingeschleppt werden. Dazu zählen auch Brot, gekochte Reste und, wie etwa das Veterinäramt Halle betont, auch Eier und Eierschalen. Für Kalzium ist Muschelkalk deshalb die bessere Wahl.
Wie Grünzeug aus dem eigenen Garten zu bewerten ist, das nie in der Küche war, legen die Ämter unterschiedlich aus. Frag im Zweifel bei deinem Veterinäramt nach.
Was für Hühner giftig oder schädlich ist
- Avocado: Das enthaltene Persin ist für Geflügel giftig.
- Rohe Bohnen: enthalten das Lektin Phasin.
- Grüne Kartoffeln und Kartoffelschalen: enthalten Solanin.
- Schokolade, Kaffee, Tee: Theobromin und Koffein sind giftig.
- Rhabarberblätter
- Stark gesalzenes oder gewürztes Essen
- Alles Verschimmelte oder Gärende: Schimmelpilze können Atemwegserkrankungen auslösen.
Wie und wo du fütterst
Futter gehört erhöht, trocken und nicht unter die Sitzstange. Offenes Futter wird verscharrt, verdirbt bei Nässe und lockt Ratten und Wildvögel an. Ein Futterautomat mit Trittplatte löst alle drei Probleme.
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Steht das Futter draußen im Auslauf und sind keine Nager unterwegs, hält ein überstehendes Dach es trocken. Dafür gibt es den Futterautomaten mit Dach und 20 kg für größere Gruppen und das schlanke Futtersilo für kleine Ställe.
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Für die Körnergabe am Nachmittag ist eine lange Rinne praktischer als ein Haufen auf dem Boden. So kommen auch rangniedere Hennen an ihren Anteil.
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Was du beachten solltest
Wasser ist genauso wichtig wie Futter. Ohne Wasser fressen Hühner weniger. Im Winter heißt das: Tränke frostfrei halten, siehe Hühnertränke im Winter.
Futter richtig lagern. Trocken, kühl und in einem verschlossenen Metallbehälter. Feuchtes Futter schimmelt, offene Säcke ziehen Nager an.
Weniger Eier trotz gutem Futter? Dann liegt es meist an Licht, Mauser oder Alter. Alle Ursachen in Warum legen Hühner keine Eier?.
Häufige Fragen
Wie viel Futter braucht ein Huhn am Tag?
Etwa 110 bis 150 Gramm, je nach Rasse, Jahreszeit und Auslauf. Im Jahr sind das rund 40 bis 55 Kilogramm.
Wie oft muss man Hühner füttern?
Legefutter steht am besten den ganzen Tag zur Verfügung, zum Beispiel im Futterautomaten. Körner gibt es einmal am Tag als Ergänzung, am besten am späten Nachmittag.
Dürfen Hühner Brot fressen?
Nein. Brot aus dem Haushalt zählt zu den Speiseabfällen und darf nicht verfüttert werden. Außerdem quillt es im Kropf und liefert kaum Nährstoffe.
Kann ich Eierschalen an die Hühner zurückgeben?
Veterinärämter weisen darauf hin, dass auch Eier und Eierschalen unter das Verfütterungsverbot fallen. Für Kalzium ist Muschelkalk die sichere Alternative.
Brauchen Hühner Grit, wenn sie Auslauf haben?
Im großen Auslauf finden sie oft genug Steinchen selbst. Ein Napf mit Grit schadet trotzdem nicht und ist bei kleinem oder befestigtem Auslauf wichtig.
Futterautomaten und Futterrinnen in allen Größen findest du bei unseren Futterautomaten für Hühner. Was die Fütterung im Jahr kostet, steht in Was kostet Hühnerhaltung?, alle Grundlagen in Hühner halten im Garten.