Ein einziger Besuch von Marder oder Fuchs kann eine ganze Hühnergruppe kosten. Die gute Nachricht: Beide lassen sich zuverlässig aussperren, wenn du weißt, wo sie hineinkommen. Der Fuchs gräbt, der Marder klettert und zwängt sich durch erstaunlich kleine Lücken. Hier steht, wie du den Hühnerstall mardersicher und fuchssicher machst, welcher Draht wirklich hält und woran du nach einem Angriff erkennst, wer es war.
Wer war es? Die Spuren nach einem Angriff
- Marder: oft mehrere tote Hühner in einer Nacht, Bisse im Nacken oder Kopfbereich, wenig gefressen. Marder töten im Stall häufig mehr, als sie fressen können, weil die flatternden Hühner den Jagdtrieb immer wieder auslösen.
- Fuchs: meist ein oder zwei Tiere, die fehlen. Der Fuchs nimmt seine Beute mit. Zurück bleiben verstreute Federn, oft eine Spur zum Zaun oder ein frisches Loch darunter.
- Greifvogel: Angriffe am Tag im offenen Auslauf, gerupfte Federn an einer Stelle, das Huhn liegt oft angefressen im Freien. Wie du dich davor schützt, steht in Habicht und Hühner.
Die wichtigste Regel: Nachts ist der Stall zu
Fuchs und Marder jagen vor allem in der Dämmerung und nachts. Ein fest verschlossener Stall ist deshalb der wichtigste Schutz. Die Klappe muss jeden Abend zu sein, sobald alle Hühner drin sind, und erst bei Tageslicht wieder aufgehen. Wer nicht jeden Abend pünktlich da sein kann, sollte über eine automatische Hühnerklappe mit Lichtsensor oder Zeitschaltung nachdenken.
So machst du den Stall mardersicher
- Jede Öffnung prüfen. Marder passen durch Öffnungen, die kaum größer als ein Hühnerei sind. Kontrolliere Spalten zwischen Brettern, den Übergang von Wand zu Dach, Lüftungsschlitze und den Spalt unter der Tür.
- Den richtigen Draht verwenden. Sechseckiges Hühnergeflecht, oft Kaninchendraht genannt, hält Hühner drinnen, aber keine Räuber draußen. Marder und Füchse können es aufbiegen oder durchbeißen. Sicher ist punktgeschweißter Volierendraht mit etwa 12 bis 16 mm Maschenweite und mindestens 1 mm Drahtstärke.
- Lüftung sichern, nicht schließen. Lüftungsöffnungen bleiben offen, aber mit Volierendraht dahinter. Ein Fliegengitter ist für einen Marder kein Hindernis. Mehr zur Lüftung in Hühnerstall lüften.
- Kletterhilfen entfernen. Äste über dem Stall, angelehnte Leitern, Regenrinnen und Holzstapel direkt daneben sind Aufstiegshilfen für Marder.
- Das Gehege nach oben schließen. Ein Gehege ohne Dach hilft gegen den Fuchs, nicht gegen den Marder, der mühelos über den Zaun klettert. Ein Dach oder eine Abdeckung aus Volierendraht schließt diese Lücke und schützt gleichzeitig vor Greifvögeln.
So machst du den Auslauf fuchssicher
Der Fuchs kommt meist von unten. Ohne Untergrabschutz ist jeder Zaun nur so sicher wie die Erde darunter.
- Draht eingraben: Volierendraht etwa 30 bis 50 cm tief senkrecht in den Boden führen.
- Oder als L-Schürze: Einen mindestens 50 cm breiten Streifen Volierendraht am Zaunfuß flach nach außen legen und mit Erde oder Rasen abdecken. Der Fuchs gräbt direkt am Zaun, stößt auf das Gitter und gibt auf. Diese Methode ist einfacher als tiefes Eingraben und sehr wirksam.
- Zaunhöhe: Füchse springen und klettern. Ein offener Zaun sollte deutlich über Kopfhöhe eines stehenden Fuchses liegen, sicherer ist ein Gehege mit Dach.
- Elektronetz als Ergänzung: Mobile Geflügelnetze mit Weidezaungerät halten Füchse auf großen Flächen wirksam fern, wenn sie korrekt gespannt und die Spannung regelmäßig geprüft wird.
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Das feste Dach nimmt dem Marder den Weg über den Zaun und hält Greifvögel fern. Mit Untergrabschutz rundum wird daraus ein gesicherter Auslauf.
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Ehrlich dazugesagt: Kein fertiges Gehege ist ohne Untergrabschutz fuchssicher. Plane die Draht-Schürze rund um den Zaunfuß beim Aufbau gleich mit ein. Das ist eine Stunde Arbeit, die dir viel Ärger erspart.
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Rundum aus verzinktem Stahl und nach oben geschlossen: kein Holz, das morsch wird, und keine Fugen, die sich mit den Jahren öffnen.
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Was nicht funktioniert
- Duftstoffe, Ultraschall und Licht wirken meist nur Tage bis wenige Wochen, dann setzt Gewöhnung ein.
- Selbst fangen oder töten. Fuchs und Steinmarder unterliegen dem Jagdrecht. Fangen und töten darf nur der zuständige Jäger. Wenn ein Tier immer wiederkommt, sprich den Revierinhaber an.
Häufige Fragen
Durch welche Öffnungen passt ein Marder?
Durch Öffnungen, die kaum größer als ein Hühnerei sind. Alles ab etwa 5 cm solltest du verschließen oder mit Volierendraht sichern.
Welcher Draht ist mardersicher?
Punktgeschweißter Volierendraht mit etwa 12 bis 16 mm Maschenweite und mindestens 1 mm Drahtstärke. Sechseckiges Hühnergeflecht ist nicht mardersicher.
Wie tief muss der Untergrabschutz sein?
Senkrecht etwa 30 bis 50 cm tief, oder als waagerechte Schürze von mindestens 50 cm Breite nach außen am Zaunfuß.
Holt der Fuchs Hühner auch tagsüber?
Ja, vor allem im Frühjahr, wenn er Junge versorgt. Ein Fuchs, der einmal Erfolg hatte, kommt wieder, auch am Tag und auch wenn Menschen in der Nähe sind.
Ist ein Metallstall sicherer als ein Holzstall?
Nicht automatisch. Entscheidend sind Lücken, Draht und Verschluss. Holz kann mit der Zeit morsch werden oder sich verziehen, deshalb solltest du Holzställe jährlich auf neue Spalten prüfen.
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