Ein Katzengehege selber bauen lohnt sich, wenn die Maße genau zu deinem Garten passen sollen: als Laufgang an der Hauswand, in einer Nische oder mit direktem Zugang über ein Fenster. Der Bau ist allerdings mehr als ein paar Latten und etwas Draht. Hier liest du, wie groß das Gehege sein sollte, welches Material taugt und wie du Schritt für Schritt vorgehst.
Selbst bauen oder Bausatz: die ehrliche Abwägung
| Selbst bauen | Fertiges Katzengehege | |
| Maße | frei, auch L-Form, Nische oder Anbau ans Fenster | feste Größen |
| Zeit | zwei bis drei Wochenenden | ein bis zwei Stunden zu zweit |
| Werkzeug | Säge, Akkuschrauber, Tacker, Drahtschere, Wasserwaage | Akkuschrauber, Handschuhe |
| Pflege | Holz braucht regelmäßig Schutz | verzinkter Stahl weitgehend wartungsfrei |
| Optik | passt sich an Haus und Garten an | sachlich, Gitter und Rohrrahmen |
Selbst bauen ist die bessere Wahl bei Sondermaßen, schrägen Grundstücken oder wenn das Gehege direkt an ein Fenster anschließen soll. Für eine freie Fläche im Garten mit Standardmaßen ist ein fertiges Gehege schneller und selten teurer.
Planung: Größe, Standort und Genehmigung
Größe: Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) nennt im Merkblatt Nr. 189 für ein bis zwei Wohnungskatzen 20 m² frei verfügbare Fläche bei mindestens 2 m Raumhöhe. Diese Fläche gilt für die Wohnung. Ein Gehege ist ein zusätzlicher Auslauf, kein Ersatz. Die TVT lehnt die Haltung von Katzen in Käfigen grundsätzlich ab. Plane das Gehege deshalb als Erweiterung des Wohnraums, nicht als Unterkunft. Als grobe Orientierung für den Auslauf: eine Katze ab etwa 2 bis 4 m², zwei bis drei Katzen ab 9 m², dazu Höhe zum Klettern.
Höhe: Baue das Gehege mindestens so hoch, dass du aufrecht hineingehst, also rund 2 m. Katzen nutzen den Raum nach oben, und du kommst zum Reinigen bequem an jede Ecke.
Standort: Am besten direkt am Haus. Schließt das Gehege an ein Fenster oder eine Tür an, setzt du eine Katzenklappe ein, und deine Katze geht selbst hinaus und wieder hinein. Eine Seite sollte Schatten bekommen, die Wetterseite schützt eine geschlossene Wand oder ein Sichtschutz. Willst du statt eines Geheges den ganzen Garten sichern, steht im Ratgeber Garten katzensicher machen, wie ein Zaun mit Überkletterschutz funktioniert.
Genehmigung: Das regelt die Bauordnung deines Bundeslands. Zäune bis etwa 2 m Höhe sind innerhalb geschlossener Ortsteile in vielen Ländern verfahrensfrei. Unabhängig davon regelt das Nachbarrecht den Abstand zur Grenze: In Baden-Württemberg müssen Zäune und Mauern, die höher als 1,50 m sind, um die Mehrhöhe von der Grenze abrücken, Drahtzäune sind von dieser Regel ausgenommen (§ 11 NRG BW). Ein Gehege mit festem Dach kann aber als Gebäude gelten, und Abstände zum Nachbarn gelten trotzdem. Frag vor dem ersten Spatenstich beim Bauamt nach. Wohnst du zur Miete, brauchst du für einen Anbau ans Haus die Zustimmung des Vermieters.
Material: Holz, Draht und Dach
Holz: Kanthölzer aus Lärche oder Douglasie sind von Natur aus witterungsbeständig. Für die Pfosten nimmst du kräftigere Kanthölzer als für Rahmen und Riegel. Behandle das Holz nur mit tierverträglicher Lasur und lass sie vollständig trocknen, bevor die Katze einzieht. Katzen kratzen gern an Pfosten, das ist erwünscht, solange keine Splitter abstehen.
Draht: Verzinkter Volierendraht mit kleiner Maschenweite, etwa 12,7 x 12,7 mm, ist stabil und hält auch Pfoten und Köpfe zurück. Die TVT warnt bei Netzen ab 3 x 3 cm Maschenweite, weil Katzen mit dem Kopf hängenbleiben können. Ein weiches Nylonnetz ist im Garten zu wenig: Katzen klettern daran hoch, und Fuchs oder Marder reißen es auf.
Dach: Ein Katzengehege muss oben geschlossen sein, sonst klettert die Katze hinaus. Gitter auf der ganzen Fläche, dazu über einem Teil Wellplatten oder Doppelstegplatten mit leichtem Gefälle. So hat deine Katze einen trockenen Liegeplatz, und Regen läuft vom Haus weg.
Boden: Rasen ist angenehm, Platten sind pflegeleichter. Gräbt deine Katze oder kommen Füchse in den Garten, leg am Rand einen Streifen Draht flach in den Boden oder setz das Gehege auf Rasenkantensteine.
Katzengehege bauen: Schritt für Schritt
- Fläche abstecken. Grundriss mit Schnur und Pflöcken auslegen, Diagonalen messen, damit alles im Winkel steht.
- Pfosten setzen. Pfostenträger in Punktfundamente betonieren oder Einschlaghülsen nutzen. Am Haus schraubst du eine Wandlatte mit passenden Dübeln an die Fassade.
- Rahmen bauen. Unterer Rahmen, Eckpfosten, oberer Rahmen. Bei längeren Seiten Zwischenpfosten im Abstand von etwa einem Meter, damit der Draht straff bleibt.
- Dach aufsetzen. Sparren mit Gefälle vom Haus weg, darauf zuerst den Draht, dann den dichten Teil.
- Tür einbauen. Eine Tür in voller Höhe mit zwei Riegeln, einer oben, einer unten. Katzen lernen schnell, wie sich ein einzelner Riegel aufdrücken lässt.
- Draht anbringen. Von außen auf die Pfosten tackern und mit Leisten abdecken. Drahtenden umbiegen, keine Spitzen dürfen nach innen ragen.
- Zugang schaffen. Katzenklappe im Fenster oder in der Tür, bei Bedarf mit einem kurzen Tunnel aus Holz und Draht zum Gehege.
- Einrichten. Liegebretter in verschiedenen Höhen, ein Kratzbaum, ein geschützter Unterschlupf, Wasser und Katzengras. Die Katzentoilette steht besser in der Wohnung.
Fertiges Gehege als Grundgerüst
Viele Halter kombinieren: Sie stellen ein fertiges Gehege auf und bauen nur Zugang, Dach und Einrichtung selbst. Das spart den aufwändigsten Teil, den Rahmen mit Draht, und lässt trotzdem Raum für eigene Ideen.
Katzengehege 3 x 1,5 x 1,5 m – verzinkter Stahl, 4,5 m²
Lang und schmal genug für die Hauswand: Rahmen und Gitter stehen, du ergänzt Dach, Katzenklappe und Liegebretter.
Zum Produkt →
Soll deine Katze klettern und du aufrecht hineingehen, nimm das hohe Katzengehege 3 x 3 x 2,5 m. Für mehrere Katzen gibt es das Katzengehege XXL mit 18 m². Ehrlich dazu: Keines dieser Gehege hat ein festes Dach. Eine Plane oder Wellplatten über einem Teil der Fläche planst du selbst ein. Die Tür ist 145 cm hoch, durch sie gehst du gebückt.
Was du außerdem beachten solltest
- Giftige Pflanzen fernhalten. Lilien, Maiglöckchen, Narzissen, Krokus, Efeu und Flieder gehören nicht ins Gehege und nicht direkt daneben. Katzenminze, Baldrian, Katzengamander und Katzengras sind dagegen geeignet.
- Schatten und Wasser. Unter Gitter und Doppelstegplatten wird es im Sommer heiß. Ein schattiger Platz und frisches Wasser sind Pflicht.
- Nachts ins Haus. Ohne gedämmten, trockenen Rückzugsort gehört deine Katze über Nacht und bei Frost nach drinnen.
- Regelmäßig prüfen. Lose Klammern, aufgebogene Drahtenden und Lücken am Boden findest du am besten bei einem kurzen Rundgang einmal im Monat.
- Nachbarn einbeziehen. Ein Gehege an der Grundstücksgrenze sorgt seltener für Ärger, wenn du es vorher ansprichst.
Häufige Fragen
Wie groß sollte ein selbst gebautes Katzengehege sein?
So groß, wie es dein Garten zulässt, und mindestens so hoch, dass du hineingehen kannst. Als Auslauf für eine Katze sind ab etwa 2 bis 4 m² sinnvoll, für zwei bis drei Katzen eher 9 m² und mehr. Das Gehege ergänzt die Wohnung, es ersetzt sie nicht.
Welcher Draht eignet sich für ein Katzengehege?
Verzinkter Volierendraht mit kleiner Maschenweite, etwa 12,7 mm. Er ist stabil genug, dass Katzen ihn nicht aufbiegen, und Füchse oder Marder kommen nicht hinein.
Brauche ich für ein Katzengehege eine Baugenehmigung?
Das hängt von Bundesland, Größe und Dach ab. Kleine Gehege ohne festes Dach sind innerhalb von Ortsteilen oft verfahrensfrei, verbindlich ist aber nur die Auskunft deines Bauamts.
Kann ich ein Katzengehege auf dem Balkon bauen?
Auf dem Balkon ist ein Katzennetz meist praktischer, weil es die vorhandene Fläche schließt. Wie du es auch ohne Bohren anbringst, steht im Ratgeber Katzennetz am Balkon befestigen. Für kleine Balkone gibt es auch ein kompaktes Katzengehege mit 1,5 x 1,5 m.
Fertige Gehege, die du als Grundgerüst nutzen oder direkt aufstellen kannst, findest du bei unseren Katzengehegen.