Voliere mit Schutzhaus: So planst und baust du den Schutzraum

Voliere mit Schutzhaus im Garten: begehbare Gittervoliere mit angebautem, gedämmtem Holzschutzraum und Ausflugöffnung

Eine Voliere mit Schutzhaus ist die Voraussetzung dafür, dass deine Vögel das ganze Jahr draußen leben können. Die Voliere gibt ihnen Flugraum, das Schutzhaus gibt ihnen einen trockenen, windstillen und frostfreien Rückzugsort für die Nacht, für Regentage und für den Winter. Fast alle fertigen Gartenvolieren kommen ohne Schutzhaus. Hier liest du, wie groß und wie warm der Schutzraum sein muss und wie du ihn an deine Voliere anbaust.

Warum eine Voliere ohne Schutzhaus nur eine halbe Lösung ist

Das Gutachten des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur Haltung von Kleinvögeln ist eindeutig: Wer Vögel ganzjährig in einer Außenvoliere hält, muss ihnen jederzeit einen Schutzraum zugänglich machen. Gemeint ist ein allseits geschlossener und beleuchteter Raum mit Ein- und Ausflugöffnung, der mindestens so hoch ist wie die Voliere und der Temperaturansprüche der jeweiligen Art erfüllt.

Ohne diesen Raum ist die Voliere eine Sommerunterkunft. Eine Plane über dem Dach oder Doppelstegplatten an zwei Seiten schützen vor Regen und Wind, machen den Bereich aber nicht frostfrei. Sobald die Nächte unter null gehen, müssen die Vögel dann nach drinnen.

Wie groß und wie warm muss das Schutzhaus sein?

Die Anforderungen hängen von der Vogelart ab. Die folgenden Werte sind Untergrenzen, mehr Platz und eine etwas höhere Temperatur schaden nie.

Vogelart Temperatur im Schutzhaus Grundfläche
Wellensittiche und andere kleine Sittiche frostfrei, besser ab 5 °C ab 1 m²
Nymphensittiche frostfrei, besser ab 5 °C ab 1 m², lieber mehr
Prachtfinken und andere tropische Kleinvögel nicht unter 10 °C ab 1 m²

Wichtig ist der Unterschied zwischen frostfrei und warm. Wellensittiche, die seit dem Spätsommer draußen leben, brauchen kein geheiztes Wohnzimmer, sondern einen trockenen Raum, in dem das Trinkwasser nicht einfriert. Zu große Unterschiede zwischen drinnen und draußen belasten die Vögel eher, als dass sie helfen.

Schutzhaus an die Voliere bauen: Schritt für Schritt

  1. Seite festlegen. Das Schutzhaus kommt an die wettergeschützte Seite, meist die Nord- oder Westseite, idealerweise an eine Hauswand oder Hecke. So bleibt die sonnige Seite der Voliere frei.
  2. Fundament vorbereiten. Ein Streifenfundament oder Gehwegplatten auf verdichtetem Schotter halten den Boden trocken. Leg darunter ein engmaschiges, verzinktes Gitter, damit sich Ratten und Mäuse nicht hineingraben.
  3. Rahmen und Wände bauen. Ein Holzständerwerk aus Kantholz, außen beplankt mit Rauspund oder Profilholz, innen mit glatten, abwaschbaren Platten. Dazwischen 4 bis 6 cm Dämmung. Die Innenseite muss vollständig geschlossen sein, damit die Vögel nicht an die Dämmung kommen.
  4. Dach mit Gefälle. Ein Pultdach mit leichtem Gefälle von der Voliere weg, gedeckt mit Bitumenbahn oder Trapezblech. Ein Überstand von 10 bis 20 cm hält Regen von der Ausflugöffnung fern.
  5. Ein- und Ausflugöffnung setzen. Die Öffnung gehört in die obere Hälfte der Wand, weil Vögel nach oben flüchten. Eine Schiebe- oder Klapptür davor lässt sich nachts und bei Sturm schließen. Wenn du dazu ein Gitterfeld der Voliere aufschneidest, versiegle die Schnittkanten mit Zinkspray, sonst rosten sie.
  6. Licht einplanen. Ein Fenster oder eine Lichtplatte sorgt dafür, dass die Vögel den Raum tagsüber annehmen. In dunkle Kisten gehen sie ungern.
  7. Frostschutz installieren. Ein Frostwächter mit Thermostat hält die Temperatur knapp über dem gewünschten Wert. Verlege Strom nur mit Außensteckdose und Fehlerstromschutz, im Zweifel macht das ein Elektriker.
  8. Zugang für dich. Eine eigene Tür für den Halter erleichtert Füttern und Reinigen. Am besten liegt sie außerhalb der Voliere, dann fliegt beim Öffnen niemand weg.

Einfacher geht es, wenn schon ein Gartenhaus oder Schuppen steht: Du stellst die Voliere direkt daneben und verbindest beide über eine Ausflugöffnung in der Schuppenwand. Ein abgetrennter, gut gedämmter Teil des Schuppens wird so zum Schutzraum.

Welche Voliere eignet sich für den Anbau?

Am leichtesten lässt sich ein Schutzhaus an eine begehbare Voliere mit geraden Wänden und ausreichend Höhe anbauen. Je höher die Voliere, desto höher muss auch der Schutzraum werden, denn er soll mindestens die Volierenhöhe erreichen.

Eine verbreitete Lösung ist die Voliere mit 211 cm Höhe in drei Größen. Bei der größten Variante mit 9,8 m² bleibt auch nach dem Abtrennen eines Schutzbereichs genug Flugraum.

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Wer viel Fläche hat, kann einen Teil der Voliere selbst zum Schutzraum ausbauen. Bei der Voliere XXL mit 17 m² bleiben auch nach einem gemauerten oder gedämmten Eckbereich von 2 m² noch über 15 m² Flugfläche.

Voliere XXL 418 x 414 x 212 cm begehbar Voliere XXL 418 x 414 x 212 cm Genug Fläche, um eine Ecke als Schutzraum abzutrennen, ohne die Flugstrecke zu opfern. Zum Produkt →

Ehrlich gesagt: Keine unserer Volieren bringt ein fertiges Schutzhaus mit, und keine hat ab Werk eine vorbereitete Durchgangsöffnung. Den Schutzraum baust du selbst oder nutzt ein vorhandenes Gartenhaus.

Was du außerdem beachten solltest

  • Baurecht prüfen. Ein festes Schutzhaus mit Fundament kann je nach Bundesland und Größe genehmigungspflichtig sein, vor allem direkt an der Grundstücksgrenze.
  • Lüften ohne Zugluft. Eine kleine Lüftungsöffnung oben, abgedeckt mit Gitter, verhindert Kondenswasser. Zugluft auf Höhe der Sitzstangen dagegen macht Vögel krank.
  • Eingewöhnung im Spätsommer starten. Vögel, die im Oktober zum ersten Mal nach draußen ziehen, haben keine Zeit, sich anzupassen. Wer jetzt plant, zieht im nächsten Sommer um.
  • Heizgeräte sichern. Kein offener Heizstrahler ohne Thermostat und Schutzgitter. Rundum geschlossene Frostwächter sind sicherer.
  • Reinigung einplanen. Der Schutzraum verschmutzt schneller als die Voliere, weil die Vögel dort schlafen und fressen. Glatte Innenwände und ein Boden mit Sand oder Hobelspänen erleichtern die wöchentliche Reinigung.

Häufige Fragen

Brauchen Wellensittiche im Winter wirklich ein Schutzhaus?

Ja, wenn sie draußen bleiben sollen. Ohne frostfreien Schutzraum gehören Wellensittiche ab den ersten Frostnächten ins Haus.

Muss das Schutzhaus beheizt werden?

Für Wellensittiche und Nymphensittiche reicht in der Regel frostfrei, also ein Frostwächter, der Wasser und Raum knapp über dem Gefrierpunkt hält. Prachtfinken und andere tropische Arten brauchen mindestens 10 °C.

Wie hoch muss das Schutzhaus sein?

Für Kleinvögel sieht das Gutachten vor, dass der Schutzraum mindestens so hoch ist wie die Voliere. Die Vögel sollen ihn auf der Höhe erreichen, auf der sie ohnehin sitzen.

Kann ich einen Teil der Voliere einfach mit Platten verkleiden?

Als Wind- und Regenschutz ja, als Winterquartier nein. Verkleidete Gitterwände halten keinen Frost ab. Ein Schutzraum braucht gedämmte Wände, ein dichtes Dach und eine Frostschutzlösung.

Wann ist der beste Zeitpunkt, ein Schutzhaus zu bauen?

Im Frühjahr oder Frühsommer. Dann steht es vor dem Einzug der Vögel, und sie gewöhnen sich über den Sommer an Voliere und Schutzraum.

Die passende Grundlage für ein angebautes Schutzhaus findest du unter Voliere begehbar. Alle Grundlagen von Größe bis Einrichtung stehen im Beitrag Volierenhaltung.

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