Ein Hühnerauslauf ist in wenigen Wochen kahl, wenn er nur aus Rasen und Zaun besteht. Hühner scharren, picken und baden im Staub, und das jeden Tag an denselben Stellen. Ein gut gestalteter Auslauf hält das aus, beschäftigt die Tiere und schützt sie vor Hitze, Regen und Greifvögeln. Hier steht, was in einen Auslauf gehört, welche Pflanzen sich bewähren und welche raus müssen.
Was Hühner im Auslauf brauchen
Hühner stammen vom Bankivahuhn ab, einem Waldrandbewohner. Sie fühlen sich dort wohl, wo es Deckung, Schatten und offenen Boden zum Scharren gibt. Eine kahle, offene Rasenfläche nutzen sie kaum, sie bleiben dann in der Nähe des Stalls.
Die fünf Elemente, die jeden Auslauf besser machen:
- Sandbad zur Gefiederpflege
- Schatten gegen Sommerhitze
- Unterstand gegen Regen und als Schutz vor Greifvögeln
- Scharrfläche mit lockerem Boden
- Erhöhte Plätze wie Äste oder ein Baumstumpf
Das Sandbad
Hühner baden nicht in Wasser, sondern in Staub. Sie wälzen sich in trockenem Sand oder Erde, schütteln das Gefieder aus und halten damit Parasiten wie Milben in Schach. Ein Sandbad ist deshalb kein Extra, sondern Pflicht.
- Ort: überdacht, damit es auch nach Regen trocken bleibt
- Größe: so, dass zwei bis drei Hühner gleichzeitig baden können
- Füllung: feiner, trockener Sand, gern gemischt mit trockener Gartenerde
- Tipp: Etwas Kieselgur im Sandbad verstärkt die Wirkung gegen Milben. Mehr dazu in Milben im Hühnerstall.
Schatten und Unterstände
Hühner vertragen Kälte besser als Hitze. Sie können nicht schwitzen und leiden schon ab etwa 30 Grad. Schatten ist im Sommer deshalb überlebenswichtig.
Sträucher und kleine Bäume liefern Schatten und Beschäftigung zugleich. Bewährt haben sich robuste Gehölze wie Holunder, Hasel und Johannisbeere, die das Scharren an den Wurzeln aushalten und nebenbei Insekten anziehen. Obstbäume im Auslauf profitieren vom Dünger und davon, dass Hühner Schädlinge aufpicken.
Wichtig bei der Platzierung: Ein Versuch des Thünen-Instituts hat gezeigt, dass Hühner in Ausläufen mit Gehölzstreifen häufiger von Greifvögeln geschlagen wurden, weil sie sich weiter vom Stall entfernten. Pflanze Deckung deshalb bevorzugt in Stallnähe und kombiniere sie mit einem festen Unterstand. Alles zum Schutz vor dem Habicht steht in Habicht und Hühner.
So bleibt der Auslauf grün
Der häufigste Fehler ist ein zu kleiner, dauerhaft genutzter Auslauf. Bei weniger als etwa 10 m² pro Huhn wird fast jede Fläche zur Schlammwiese. Wie viel Platz sinnvoll ist, steht in Wie viel Platz brauchen Hühner?.
- Wechselauslauf: Teile die Fläche in zwei oder drei Bereiche und wechsle alle paar Wochen. So kann sich das Gras erholen, und Parasitenkreisläufe im Boden werden unterbrochen.
- Befestigter Bereich vor dem Stall: Direkt vor der Klappe ist der Boden am stärksten belastet. Eine Schicht Hackschnitzel oder grober Sand verhindert Matsch.
- Beete schützen: Hühner scharren jede frische Aussaat aus. Beete gehören hinter einen eigenen Zaun oder unter ein Gitter, bis die Pflanzen groß genug sind.
- Nachsäen: Kahle Stellen im Frühjahr absperren und mit robuster Wiesenmischung nachsäen.
Beschäftigung im Auslauf
Gelangweilte Hühner picken sich gegenseitig die Federn aus. Ein abwechslungsreicher Auslauf beugt dem vor:
- Äste oder ein Baumstumpf zum Aufsitzen
- Ein Haufen Laub oder Stroh zum Durchwühlen
- Aufgehängtes Grünzeug, an dem die Hühner zupfen müssen
- Ein Komposthaufen am Rand, der Insekten anzieht und durchsucht werden darf
Diese Pflanzen gehören nicht in den Auslauf
Hühner meiden viele Giftpflanzen instinktiv, verlassen solltest du dich darauf nicht, vor allem bei wenig Grünfutter. Diese Pflanzen sollten aus dem Auslauf verschwinden oder unerreichbar sein:
- Eibe
- Goldregen
- Oleander
- Fingerhut
- Rhododendron
Hühnergehege 3 m breit, begehbar, 18 bis 36 m²
Genug Fläche, um Sandbad, Unterstand und einen Strauch unterzubringen und trotzdem noch Scharrfläche zu haben.
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Für einen Wechselauslauf eignet sich ein zweites, schmaleres Gehege, das du an einer anderen Stelle im Garten aufstellst und zwischendurch umziehst.
Hühnergehege 2 m breit, begehbarer Tunnel, 12 bis 28 m²
In mehreren Längen erhältlich: als zweiter Auslauf, damit sich die erste Fläche erholen kann.
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Häufige Fragen
Was braucht ein Hühnerauslauf?
Ein Sandbad, Schatten, einen Unterstand gegen Regen und Greifvögel, lockeren Boden zum Scharren und erhöhte Sitzplätze. Dazu einen raubtiersicheren Zaun.
Wie bekomme ich den Hühnerauslauf wieder grün?
Mit einem Wechselauslauf: Fläche teilen, abwechselnd nutzen und kahle Stellen während der Ruhephase nachsäen.
Welche Sträucher eignen sich für den Hühnerauslauf?
Robuste Gehölze wie Holunder, Hasel und Johannisbeere. Sie spenden Schatten, halten Scharren aus und ziehen Insekten an.
Womit füllt man ein Sandbad für Hühner?
Mit feinem, trockenem Sand, gern gemischt mit trockener Erde. Etwas Kieselgur unterstützt die Wirkung gegen Milben.
Wie groß sollte ein Hühnerauslauf sein?
Als Minimum gelten 4 m² pro Huhn, der Wert aus der Freilandhaltung. Damit der Boden grün bleibt, sind 10 m² und mehr pro Tier sinnvoll.
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