Ein Hühnerstall ist schnell aufgebaut. Richtig eingerichtet ist er damit noch nicht. Ob die Hühner nachts ruhig schlafen, ihre Eier ins Nest legen und der Stall trocken bleibt, entscheidet sich an vier Stellen: Sitzstangen, Legenester, Einstreu und Boden. Hier stehen die Maße und die Fehler, die in fast jedem neuen Stall passieren.
Die wichtigste Regel: Sitzstangen höher als Nester
Hühner schlafen immer am höchsten Punkt, den sie erreichen können. Liegen die Legenester höher als die Sitzstangen, schlafen die Tiere im Nest. Das Ergebnis sind verkotete Nester, schmutzige Eier und ein Milbenparadies. Die Sitzstangen gehören deshalb immer über die Nester.
Sitzstangen
- Länge: 25 bis 30 cm pro Huhn. Alle Tiere müssen gleichzeitig darauf Platz finden. Das gesetzliche Minimum in der Nutztierhaltung liegt bei 15 cm, für den Hobbystall ist das zu eng.
- Form: Breite, kantige Latten mit abgerundeten Ecken, etwa 4 bis 5 cm breit. Hühner umgreifen die Stange nicht ganz, sondern stehen flach darauf. So decken sie im Winter die Zehen mit dem Bauchgefieder ab. Runde Rohre oder dünne Äste sind ungeeignet.
- Höhe: etwa 40 bis 80 cm über dem Boden. Schwere Rassen wie Brahma oder Orpington lieber niedriger, weil sie beim Abspringen sonst die Füße verletzen.
- Abstand: 30 cm zwischen zwei Stangen auf gleicher Höhe, mindestens 20 cm zur Wand. Mehrere Stangen am besten auf gleicher Höhe, sonst kämpfen die Tiere um den obersten Platz.
- Abnehmbar: Stangen, die sich herausnehmen lassen, kannst du bei Milbenbefall heiß reinigen oder abflammen.
Unter die Stangen gehört ein Kotbrett oder eine herausziehbare Wanne. Dort fällt der meiste Kot, und wer ihn täglich entfernt, hält die restliche Einstreu wochenlang sauber.
Legenester
- Anzahl: ein Nest für drei bis vier Hennen.
- Größe: etwa 30 x 35 cm Grundfläche bei 35 cm Höhe. Zwerghühner kommen mit weniger aus.
- Lage: an der dunkelsten Stelle im Stall, niedriger als die Sitzstangen, aber mit etwas Abstand zum Boden. Hühner legen gern versteckt und ungestört.
- Einstreu im Nest: weiches Stroh oder Nestmatten, regelmäßig erneuern.
Werden Eier angepickt oder gefressen, hilft ein Abrollnest. Das Ei rollt nach dem Legen in ein Fach, an das die Henne nicht mehr herankommt. Neben der Holzvariante gibt es ein Abrollnest aus Metall mit 1 bis 4 Fächern, wahlweise zur Wandmontage, mit Beinen oder für einen Ausschnitt in der Stallwand, sodass du die Eier von außen einsammelst.
Legenest 3 Fächer aus Massivholz mit Abrollfunktion
Drei Fächer für 9 bis 12 Hennen, und die Eier bleiben sauber, weil sie aus dem Nest in die Schublade rollen.
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Einstreu: was sich bewährt
- Hobelspäne, entstaubt: saugfähig, günstig, gut kompostierbar. Der Klassiker für den Stallboden, zum Beispiel als Holzspäne-Einstreu im 24-kg-Ballen.
- Hanfeinstreu: sehr saugfähig und staubarm, bindet Geruch gut, dafür teurer.
- Stroh: gut im Nest und im Auslauf. Als Stallboden weniger geeignet, weil es schnell feucht wird und in den hohlen Halmen Milben Verstecke finden.
- Nicht geeignet: Heu, das schimmelt und Atemwege belastet, sowie Katzenstreu und behandelte Holzspäne.
Rechne mit einer Schicht von einigen Zentimetern. Feuchte Stellen, vor allem an der Tränke, täglich entfernen. Die komplette Einstreu alle zwei bis vier Wochen wechseln, je nach Gruppengröße und Kotbrett. Den vollständigen Reinigungsplan findest du in Hühnerstall reinigen und desinfizieren.
Holzspäne Einstreu 24 kg, staubarm
Unbehandeltes Weichholz, saugfähig und kompostierbar – genug für mehrere komplette Einstreuwechsel im kleinen Stall.
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Der Boden: Holz, Beton oder Erde
Holzboden ist bei Fertigställen die Regel. Er ist warm und trocken, solange der Stall erhöht auf Füßen oder Steinen steht und keine Feuchtigkeit von unten aufsteigt.
Beton ist bei gemauerten Ställen sinnvoll. Er ist ratten- und mardersicher und leicht zu reinigen, braucht aber eine dicke Einstreuschicht, weil er kalt ist.
Erdboden klingt natürlich, ist im Stall aber die schlechteste Wahl. Er wird feucht, lässt sich nicht desinfizieren, und Ratten graben sich darunter hindurch. Wenn Erde, dann nur mit eingegrabenem Drahtgitter darunter.
Futter, Wasser und Sandbad
- Futter und Tränke erhöht aufstellen, etwa auf Rückenhöhe der Tiere. So scharren die Hühner keine Einstreu hinein.
- Nicht unter die Sitzstange, sonst landet Kot darin.
- Abstand zwischen Futter und Wasser von etwa einem halben Meter hält beides sauberer.
- Futterautomat mit Trittplatte hält Ratten und Wildvögel fern. Offenes Futter im Stall zieht Nager an, mehr dazu in Ratten im Hühnerstall. Wo keine Nager sind und wenig Platz ist, reicht ein schlankes Futtersilo mit 5 kg.
- Sandbad: eine flache Wanne mit trockenem Sand, im Stall oder im überdachten Auslauf. Hühner pflegen damit ihr Gefieder und halten Parasiten in Schach.
Was ins Futter gehört und was nicht, steht in Hühner füttern.
Futterautomat rattensicher 5 kg mit Trittplatte
Die Klappe öffnet sich nur, wenn ein Huhn auf der Platte steht. Für kleine Gruppen die richtige Größe, damit das Futter frisch bleibt.
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Was du beachten solltest
Lüftung nicht vergessen. Eine hohe Abluftöffnung gehört in jeden Stall, aber nicht so, dass es auf die Sitzstangen zieht. Details stehen im Beitrag Hühnerstall lüften.
Weniger Fugen, weniger Milben. Jede Ritze, jedes Astloch und jede Schraubvertiefung ist ein Versteck für Milben. Glatte, abnehmbare Einbauten sparen später viel Arbeit – ein Legenest aus Metall mit abnehmbarem Boden etwa lässt sich komplett abwaschen. Mehr dazu in Milben im Hühnerstall.
Platz lassen. Ein vollgestellter Stall ist schwer zu reinigen. Wie viel Fläche pro Huhn sinnvoll ist, steht in Wie viel Platz brauchen Hühner?.
Häufige Fragen
Wie hoch müssen Sitzstangen im Hühnerstall sein?
Etwa 40 bis 80 cm über dem Boden, für schwere Rassen eher niedriger. Wichtig ist, dass sie höher liegen als die Legenester.
Wie viele Legenester brauchen Hühner?
Ein Nest für drei bis vier Hennen. Oft nutzen alle dasselbe Nest, aber ein zweites verhindert Gedrängel und verlegte Eier.
Welche Einstreu ist die beste für den Hühnerstall?
Für den Stallboden haben sich entstaubte Hobelspäne und Hanfeinstreu bewährt. Stroh eignet sich besser fürs Nest und den Auslauf.
Warum schlafen meine Hühner im Nest?
Meist, weil das Nest höher liegt als die Sitzstange oder weil die Stange zu kurz ist. Stange höher setzen oder verlängern, Nester abends eine Weile verschließen, bis die Tiere umgewöhnt sind.
Braucht ein Hühnerstall Fenster?
Tageslicht im Stall ist sinnvoll, weil Hühner sich daran orientieren. Das Fenster sollte vergittert und so platziert sein, dass es nicht direkt auf die Sitzstangen zieht.
Legenester aus Holz und Metall mit einem bis acht Fächern findest du bei unseren Legenestern für Hühner, weiteres Zubehör im Hühner-Zubehör. Den Gesamtüberblick zum Einstieg gibt der Beitrag Hühner halten im Garten.