Kaninchengehege selber bauen und einrichten: Fläche, Buddelschutz, Einstreu

Kaninchengehege selber bauen und einrichten: Gehege mit Schutzhütte, Holztunnel, Buddelkiste und Heuraufe im Garten

Wer ein Kaninchengehege selber bauen will, plant meist zuerst Holz und Draht. Entscheidend sind aber zwei andere Dinge: genug Fläche und ein Rand, unter dem sich niemand durchgräbt. Hier steht, wie groß das Gehege sein muss, wie du es Schritt für Schritt baust und was beim Einrichten hineingehört, damit sich die Tiere darin wirklich bewegen.

Erst die Fläche, dann der Zaun

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) nennt für die Dauerhaltung von zwei Kaninchen mindestens 6 m² Grundfläche, für jedes weitere Tier mindestens 20 Prozent mehr. Die Fläche darf auf mehrere Ebenen verteilt sein, der Großteil sollte aber ebenerdig bleiben, denn dort wird gerannt und gehoppelt. Wie andere Verbände rechnen, steht ausführlich im Ratgeber Kaninchenstall selber bauen.

Die 6 m² sind eine Untergrenze für Tiere, die zusätzlich Auslauf bekommen. Die Kaninchenwiese, eine der bekanntesten Haltungsseiten, setzt für zwei Kaninchen ohne weiteren Auslauf eher 12 bis 15 m² an. Plane deshalb lieber großzügig, solange der Garten es hergibt.

Zwei weitere Werte aus dem TVT-Merkblatt gehören in jede Planung:

  • Höhe: Die Tiere müssen sich auf die Hinterläufe stellen können, ohne mit den Ohren anzustoßen. Flache Ausläufe, in denen nur geduckt gehoppelt wird, reichen dafür nicht.
  • Schatten: Die Hälfte der Fläche, mindestens 3 m², soll dauerhaft im Schatten liegen. Bei Kaninchen mit roten Augen gilt das für die ganze Fläche.

Kaninchengehege selber bauen: der Ablauf in sieben Schritten

  1. Standort wählen. Halbschatten, kein Gefälle zur Senke, möglichst Wand oder Hecke als Windschutz an der Wetterseite. Prüfe vorher, was in der Nähe wächst: Ranken und Laub giftiger Pflanzen landen sonst im Gehege.
  2. Grundriss festlegen. Das Gehege schließt direkt an den Stall an, damit die Tiere jederzeit selbst wählen, wo sie sind. Lange, schmale Formen bieten Rennstrecke, quadratische mehr Platz für Unterstände.
  3. Buddelschutz einbauen. Bei kleinen Gehegen legst du Volierendraht über die ganze Fläche und deckst ihn mit Erde ab. Bei großen Gehegen reicht ein Streifen entlang des Zauns: mindestens 30 cm tief eingegraben, bei lockerem Boden tiefer, oder Gehwegplatten rundum. Platten sind am langlebigsten und lassen sich gut sauber halten.
  4. Rahmen stellen. Kanthölzer oder Pfosten fest verankern, Querriegel oben und unten. Ein etwa 20 cm hohes Brett unten am Rand verhindert, dass flüchtende Tiere ungebremst ins Gitter rennen.
  5. Draht spannen. Verzinkter, punktgeschweißter Volierendraht, kein sechseckiger Hasendraht. Den hält kein Marder auf. Maschenweite und Drahtstärke stehen im Ratgeber zum Stallbau. Drahtkanten mit Leisten abdecken.
  6. Oben schließen. Fuchs, Marder, Katzen und Greifvögel sind laut TVT die Gefahr, gegen die das Gehege schützen muss. Kleine und mittlere Gehege bekommen deshalb ein Drahtdach. Offene Großgehege brauchen einen hohen Zaun, Fachratgeber nennen mindestens 1,80 m mit nach außen geneigter Oberkante.
  7. Dach und Tür ergänzen. Ein Teil des Geheges wird fest überdacht, mit Gefälle, damit Regen und Laub abrutschen. Die Tür bekommt zwei Riegel, ein einfacher Haken reicht nicht.

Prüfe den Rand in den ersten Wochen täglich auf frische Löcher. Kaninchen graben gezielt dort, wo die Erde locker ist. Ein Stein oder eine Platte auf jeder neuen Grube spart dir eine nächtliche Suchaktion.

Kaninchengehege einrichten: was hineingehört

Ein leeres Gehege nutzen Kaninchen kaum. Sie laufen von Deckung zu Deckung, und genau diese Struktur fehlt in vielen Anlagen. Die TVT nennt dafür klare Punkte:

  • Schlafhöhlen: mindestens eine pro Tier, und eine davon so groß, dass alle Tiere gleichzeitig ausgestreckt darin liegen können.
  • Erhöhte Liegeflächen: etwa ein Häuschen mit flachem Dach. Kaninchen sitzen gern oben und behalten die Umgebung im Blick.
  • Unterstände und Verstecke: Wurzeln, Baumstümpfe, Äste und Röhren, die von beiden Seiten begehbar sind, damit kein Tier in die Enge gerät.
  • Buddelecke: grabfähiges Material in ausreichender Menge, etwa eine Kiste mit Sand und Erde. Wer seinen Tieren einen Platz zum Graben gibt, hat weniger Löcher am Zaun.
  • Futterplatz: Heuraufe erhöht und trocken, Wasser im schweren Napf. Wie viel wovon, steht im Ratgeber Kaninchen füttern.
  • Nagematerial: Zweige von unbehandelten Obstbäumen, Weide oder Hasel.

Welche Einstreu ins Gehege gehört

Im offenen Teil bleibt der Naturboden mit Gras und Erde, darauf scharren und buddeln die Tiere. Einstreu brauchst du in der Schutzhütte, im überdachten Bereich und in der Toilettenecke. Die TVT empfiehlt Hobelspäne und Hanfeinstreu. Holzpellets und Hackschnitzel taugen nur als untere Schicht, Katzenstreu ist ungeeignet. Im Schlafbereich isoliert Stroh obendrauf besonders gut, vor allem im Winter, wie im Ratgeber Kaninchen draußen halten beschrieben. Unter Raufe und Napf hält eine Jutematte den Boden trocken.

Wo ein fertiges Gehege den Eigenbau abkürzt

Der aufwendigste Teil des Selbstbaus ist ein dichtes, stabiles Gitter mit Tür und Dach. Viele bauen deshalb nur den Buddelschutz und die Einrichtung selbst und stellen ein fertiges Gehege aus verzinktem Stahl darauf. Wichtig ist dabei die Höhe: Wer im Stehen füttern und misten kann, macht es auch gründlicher.

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Ehrlich dazu: Das begehbare Gehege hat 3 m², das Gitterdach hält Räuber ab, aber keinen Regen. Eine Plane über einem Abschnitt schafft die trockene Zone. Für mehr Fläche am Stück eignet sich das Kaninchengehege XXL mit 4,2 m², das sich direkt an einen Stall anschließen lässt. Die 6 m² erreicht von den Fertiggehegen allein die größte Variante des Kleintiergeheges aus verzinktem Stahl mit 6,5 m². Mit 85 cm Höhe ist sie allerdings nicht begehbar.

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Was du beachten solltest

  • Giftpflanzen aus der Umgebung entfernen. Die Bundestierärztekammer nennt für den Garten unter anderem Efeu, Eibe, Buchsbaum, Rhododendron, Oleander, Maiglöckchen, Herbstzeitlose und Wolfsmilch. Im Freigehege ist das Risiko höher als drinnen, weil Laub und Früchte hineinfallen und Pflanzen durchs Gitter ranken.
  • Hitze ist gefährlicher als Kälte. Ein Gehege ohne Schatten am Nachmittag wird im Sommer zur Falle. Plane Schattenplätze, bevor du den Standort festlegst. Woran du einen Hitzschlag bei Kaninchen erkennst und wie du richtig kühlst, steht in unserem Hitze-Ratgeber.
  • Feuchtigkeit vermeiden. Die TVT warnt vor Kondenswasser durch zu starke Dämmung. Schutzhütten brauchen Luftaustausch, sonst schimmelt die Einstreu.
  • Nie ein Tier allein. Kaninchen sind Gruppentiere. Auch das größte Gehege ersetzt keinen Artgenossen.
  • Bauamt bei großen Anlagen fragen. Je nach Bundesland können größere oder höhere Gehege genehmigungspflichtig sein. Eine kurze Nachfrage mit Skizze erspart später Ärger.

Häufige Fragen

Wie groß muss ein Kaninchengehege für zwei Kaninchen sein?

Mindestens 6 m² dauerhaft nutzbare Grundfläche nach TVT, je weiteres Tier mindestens 20 Prozent mehr. Ohne zusätzlichen Auslauf sind 12 bis 15 m² deutlich besser.

Wie tief muss der Draht in die Erde?

Mindestens 30 cm, bei lockerem Boden tiefer. Alternativ legst du den Draht flächig unter das ganze Gehege oder setzt Gehwegplatten rundum an den Rand.

Braucht ein Kaninchengehege ein Dach?

Ein Drahtdach schützt vor Greifvögeln, Katzen und Mardern und ist bei kleineren Gehegen Pflicht. Zusätzlich muss ein Teil fest überdacht sein, damit die Tiere einen trockenen und schattigen Platz haben.

Warum buddeln Kaninchen so viel?

Graben gehört zu ihrem natürlichen Verhalten, Wildkaninchen leben in selbst gegrabenen Bauen. Verbieten lässt es sich nicht, aber umlenken: Eine Buddelecke mit Sand und Erde wird gern angenommen.

Kann ich Kaninchen auf Rasen im Gehege halten?

Ja, Gras ist ein guter Boden und gleichzeitig Futter. Gewöhne die Tiere im Frühjahr langsam an frisches Gras und versetze mobile Gehege regelmäßig, damit sich die Grasnarbe erholt.

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