Wachteln sind klein, leise und legen fast täglich ein Ei. Viele Halter starten deshalb mit einer Wachtelvoliere im Garten statt mit einem Hühnerstall. Doch Wachteln sind keine kleinen Hühner: Sie leben ausschließlich am Boden, sind schreckhaft und brauchen mehr Platz, als die winzigen Wachtelkäfige aus dem Handel vermuten lassen. Hier liest du, wie viel Fläche deine Wachteln brauchen und wie du die Voliere richtig einrichtest.
Wie viel Platz brauchen Wachteln?
In Deutschland gibt es für die Hobbyhaltung keine gesetzlich festgelegte Mindestfläche. Ein Gutachten im Auftrag der Landesbeauftragten für Tierschutz in Baden-Württemberg empfiehlt, auf einem Quadratmeter nicht mehr als sechs geschlechtsreife Wachteln zu halten und eine frei nutzbare Grundfläche von mindestens 2 m² einzuplanen. Zum Vergleich: Die Schweizer Tierschutzverordnung schreibt für bis zu sechs Wachteln nur 0,5 m² vor. Das ist ein Minimum, keine Empfehlung.
| Anzahl Wachteln | Fläche, mit der sie gut leben |
| 5 bis 6 | mindestens 2 m² |
| 10 | 2,5 m² |
| 15 | 3 m² |
| 20 | 4 m² |
Wir rechnen in der Tabelle mit vier bis fünf Wachteln pro Quadratmeter. So bleibt Raum für Sandbad, Verstecke und Rückzug, und rangniedere Tiere können ausweichen.
Die Höhe: das unterschätzte Problem
Erschrickt eine Wachtel, springt sie senkrecht nach oben. In flachen Käfigen mit hartem Dach führt das zu Kopfverletzungen. Das genannte Gutachten hält Haltungseinrichtungen mit 40 cm Nutzhöhe und weniger für ungeeignet, weil sie das Fluchtverhalten nicht zulassen.
Es gibt zwei Lösungen. Entweder die Voliere ist so hoch, dass die Wachteln im Sprung abbremsen und gar nicht erst ans Dach stoßen. Oder du spannst unter dem Gitterdach ein weiches Netz, das den Aufprall abfängt. Bei Volieren unter einem Meter Höhe ist das Netz Pflicht.
Wachtelvoliere einrichten: Schritt für Schritt
- Boden sichern. Ratten und Marder graben. Ein engmaschiges Gitter unter dem Boden oder ein umlaufendes Fundament ist Pflicht, weil Wachteln auch nachts am Boden schlafen.
- Naturboden schaffen. Erde, Sand und etwas Gras. Wachteln scharren, picken und baden im Sand. Eine flache Schale mit Vogelsand oder feiner Erde dient als Sandbad.
- Verstecke einbauen. Wachteln brauchen Deckung: kleine Holzhütten, Wurzelstöcke, Grasbüschel, Reisigbündel. Ohne Versteckmöglichkeiten bleiben sie dauerhaft im Stress.
- Legeplätze anbieten. Wachteln legen ihre Eier in ruhige Ecken auf den Boden. Eine Nische mit Heu oder Stroh erleichtert dir das Einsammeln.
- Futter und Wasser geschützt aufstellen. Leicht erhöht und unter dem Teildach, damit nichts verschmutzt oder einregnet.
- Teildach anbringen. Mindestens ein Drittel der Voliere dicht überdacht, als Schutz vor Regen, Sonne und Greifvögeln.
Welche Voliere eignet sich für Wachteln?
Gesucht ist viel Bodenfläche, ein rundum geschlossenes Gitter und genug Höhe. Die Höhe einer Papageienvoliere brauchen Wachteln nicht, die Grundfläche zählt.
Eine gute Basis für 10 bis 15 Wachteln ist die Vogelvoliere 181 cm in 221 cm Tiefe mit rund 4 m². Mit 173,5 cm Höhe bremsen die Wachteln im Schrecksprung ab, und du kommst zum Einsammeln der Eier gut an alle Ecken.
Vogelvoliere 181 cm – 112 oder 221 cm tief
Rund 2 oder 4 m² Bodenfläche, rundum geschlossen und hoch genug für den Schrecksprung.
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Für eine kleine Gruppe von fünf bis sechs Wachteln reicht das Freigehege 200 x 105 x 91 cm mit gut 2 m² und offenem Boden. Bei 91 cm Höhe solltest du unter dem Dach ein weiches Netz spannen und den Rand gegen Untergraben sichern.
Ehrlich gesagt: Die Gitter unserer Volieren sind für erwachsene Wachteln gemacht. Wachtelküken schlüpfen in den ersten Wochen durch fast jedes Gitter und gehören in eine eigene Aufzucht.
Wachteln im Winter
Japanische Legewachteln vertragen Kälte erstaunlich gut, Nässe und Zugluft dagegen schlecht. Im Winter brauchen sie einen trockenen, zugfreien und gedämmten Unterschlupf, in den sie sich zurückziehen können, und Wasser, das nicht einfriert. Wie du einen solchen Schutzraum an die Voliere baust, steht im Ratgeber Voliere mit Schutzhaus. Dass die Legeleistung im Winter sinkt, ist normal und liegt an den kürzeren Tagen.
Was du rechtlich beachten musst
- Veterinäramt: Wachteln gelten als Geflügel. Die Haltung musst du beim zuständigen Veterinäramt anzeigen, in der Regel schon ab dem ersten Tier.
- Tierseuchenkasse: Ob Wachteln dort gemeldet werden müssen, regelt jedes Bundesland selbst. Frag bei deiner Landes-Tierseuchenkasse nach.
- Aufstallungspflicht: Ordnet die Behörde wegen Geflügelpest eine Stallpflicht an, gilt sie auch für Wachteln. Eine Voliere mit dicht abgedecktem Dach und Seitenschutz ist dann klar im Vorteil.
Häufige Fragen
Wie viele Wachteln sollte ich mindestens halten?
Nie eine allein. Wachteln sind Gruppentiere, eine Gruppe von fünf bis sechs Tieren ist ein guter Start.
Brauche ich einen Hahn?
Für Eier nicht. Ein Hahn ist nur nötig, wenn du Nachwuchs möchtest, und er ist deutlich lauter als die Hennen.
Kann ich Wachteln zusammen mit Hühnern halten?
Davon wird meist abgeraten. Hühner sind größer und können Wachteln verletzen, außerdem übertragen sie Krankheiten, gegen die Wachteln weniger robust sind.
Wie oft muss ich die Wachtelvoliere reinigen?
Kotstellen und Sandbad wöchentlich, den gesamten Boden je nach Besatz alle paar Wochen. Auf Naturboden hilft es, die oberste Schicht regelmäßig abzutragen und zu erneuern.
Weitere Volieren mit viel Bodenfläche findest du unter Volieren für draußen. Welche Pflanzen in die Voliere dürfen und welche nicht, steht im Beitrag Volierenhaltung.